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5 Fragen – 5 Antworten Stimmen aus dem Markt.
Sie erwartet ein exklusives Interview mit Frau Charleen Grigo Gründerin des Office of Healing Architecture, einer Expertin im Bereich Healing Architecture.
Thema multisensorische Planung im Krankenhaus mit Frau Charleen Grigo Office of Healing Architecture
Vorwort
Multisensorische Planung gewinnt in der modernen Krankenhausarchitektur zunehmend an Bedeutung – denn Heilung ist ein ganzheitlicher Prozess, der weit über die rein medizinische Versorgung hinausgeht. Eine Umgebung, die gezielt mehrere Sinne anspricht, kann das emotionale Wohlbefinden stärken, Stress reduzieren und dadurch aktiv zur Genesung beitragen. Aspekte wie Akustik, Raumklima, Materialien, Farben und Gerüche wirken in einem fein abgestimmten Zusammenspiel und beeinflussen, wie sich Patienten, Angehörige und Mitarbeitende im Raum wahrnehmen und fühlen. Auch bei Schyns Medizintechnik liegt uns diese ganzheitliche Betrachtung am Herzen.
Daher möchten wir in unserer Interviewreihe die verschiedenen Facetten multisensorischer Gestaltung näher beleuchten und zeigen, wie sie zur Schaffung heilsamer Räume beitragen kann. Für unser nächstes Gespräch freuen wir uns besonders, Charleen Grigo vom Office of Healing Architecture begrüßen zu dürfen. Als Innenarchitektin beschäftigt sie sich intensiv mit der Frage, wie Architektur gezielt zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden beitragen kann – insbesondere durch den integrativen Einsatz sensorischer Reize.
Was verstehen Sie unter multisensorischer Planung im Krankenhaus?
Multisensorische Planung bedeutet für mich, dass Räume so gestaltet werden, dass sie alle Sinne des Menschen bewusst ansprechen – also nicht nur das Sehen, sondern auch das Hören, Riechen, Fühlen und sogar das eigene Körperempfinden im Raum. Im Krankenhauskontext heißt das: Wir berücksichtigen gezielt die psychophysiologischen Wechselwirkungen zwischen Umgebung und Nutzer. Denn unser Gehirn verarbeitet ständig Sinneseindrücke – auch unbewusst. Räume, die diesen Einfluss verstehen und gestalten, können Stress reduzieren, Ängste nehmen und sogar Heilungsprozesse unterstützen.
Welche Rolle spielen Farben, Materialien, Akustik und Licht in der multisensorischen Gestaltung von Patientenzimmern?
Farben beeinflussen Emotionen, Licht reguliert den Biorhythmus, Materialien wirken über Haptik und Atmosphäre – und Akustik schützt vor Stress. Studien zeigen: zu wenig Licht, harte Materialien oder dauerhafter Lärm steigern das Stresslevel, welche sich negativ auf die Heilung auswirkt. Natürlich wirkende Oberflächen, biodynamisches Licht und schallabsorbierende Materialien verbessern sowohl Heilung als auch Arbeitsqualität.
Inwiefern können Gerüche das Patientenerlebnis beeinflussen?
Gerüche sind unmittelbar mit dem limbischen System verbunden – also mit unserem emotionalen Gedächtnis. Der typische Krankenhausgeruch (Desinfektionsmittel, Kunststoffe, Medizin) löst bei vielen Menschen instinktiv Stress aus. Studien zeigen, dass angenehme, natürliche Düfte wie Lavendel oder Orange nachweislich Angst und Anspannung reduzieren können.
Welche Trends sehen Sie in der multisensorischen Planung für die Zukunft von Krankenhäusern?
Ich sehe drei zentrale Trends: Erstens gewinnen digitale Sensortechnologien an Bedeutung – sie erfassen z. B. Temperatur, Lärm oder Patientenstürze und ermöglichen Räume, die sich dynamisch an Nutzer:innen anpassen. Zweitens geht die Entwicklung hin zu ambulanten, wohnlich gestalteten Einheiten, in denen Alltag und Behandlung stärker verschmelzen. Drittens braucht es eine enge Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen – von Innenarchitektur über Pflege bis Psychologie –, um multisensorische Konzepte wirklich wirksam umzusetzen.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter, Patienten und Angehörigen bei der multisensorischen Planung, und wie können ihre Bedürfnisse ebenfalls berücksichtigt werden?
Sie spielen eine zentrale Rolle – denn jede Gestaltung sollte vom Menschen und seinen Bedürfnissen aus gedacht werden. Deshalb arbeite ich immer partizipativ: mit Kick-off-Workshops, Beobachtungen vor Ort, Interviews und Nutzungsanalysen. Nur so entstehen Räume, die intuitiv funktionieren, Identität stiften und echte Entlastung bringen. Die Perspektiven von Angehörigen sind dabei genauso wichtig wie die des Pflegepersonals – besonders bei Themen wie Privatsphäre, Orientierung oder gemeinsamer Rückzug. Vielen Dank, Frau Grigo, für Ihre Antworten.
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