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Titelblatt der Interviewserie

Blogbeitrag 1 von 3

5 Fragen – 5 Antworten. Stimmen aus dem Markt.

Sie erwartet ein exklusives Interview mit Herr Beckert von Ludes Architekten. Er wird seine Perspektive und Erfahrung zur Lichtplanung im Gesundheitswesen mit uns teilen.

Artikel-ID: 2025
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Thema Licht im Krankenhaus mit Herrn Ulrich Beckert von Ludes Architekten

Vorwort


Licht spielt eine entscheidende Rolle in der Gestaltung von Krankenhausumgebungen und kann einen direkten Einfluss auf das Wohlbefinden von Patienten, Besuchern und dem medizinischen Personal haben. In den letzten Jahren hat sich das Bewusstsein für die Bedeutung von Licht in der Gesundheitsversorgung erheblich erhöht.

Eine durchdachte Lichtgestaltung kann nicht nur die Heilungsprozesse, sondern auch die Stimmung und die allgemeine Lebensqualität der Patienten positiv beeinflussen. Genau diese Ergebnisse sind uns bei der Entwicklung unserer Lichtlösungen aus dem Hause Schyns extrem wichtig.

In diesem Kontext ist es essentiell, die verschiedenen Aspekte und Möglichkeiten der Lichtnutzung in Krankenhäusern zu erkunden, um eine optimale Umgebung für alle Beteiligten zu schaffen.

Als ersten Interviewpartner haben wir Herrn Ulricht Beckert, Innenarchitekt vom Architekturbüro Ludes, gewinnen können. Herr Beckert verfügt über langjährige Erfahrung bei den Themen Innenraumgestaltung und im Besonderen bei der Entwicklung von Lichtkonzepten.

Licht ist ein wichtiger Bestandteil bei Healing Architecture. Licht wirkt emotional, biologisch und visuell. Wie wichtig ist bei Ihren Projekten das Thema Licht bzw. gute Lichtplanung?


Ich berufe mich bei der Gestaltung und Entwicklung von Lichtatmosphären immer auf mein Bauchgefühl: was ist für mich gutes und passendes Licht? Wann und in welchem Umfeld fühle ich mich wohl?
                
Aus vielen Gesprächen mit Auftraggebern und Nutzern weiß ich, dass das Empfinden ganz individuell und verschieden ist.

Im Dialog stelle ich Fragen wie z. B.: was ist für Sie warmes, angenehmes Licht? Ein Sonnenuntergang, oder ein Sommermorgen? Oder ein gemeinsames Abendessen mit Familie und Freunden? Das Lichtempfinden ist geprägt von Erfahrungen und Erlebnissen abhängig von Lebenssituation, Alter und auch dem Gesundheitszustand. Eine gute Beleuchtung weckt Emotionen, beruhigt oder regt an. Sie lässt uns entspannen oder fördert Konzentration und Leistungsfähigkeit, wirkt also ganz direkt auf Körper und Seele.

Die biologische Wirksamkeit von Licht ist durch die Forschung bekannt. Wie wichtig ist dieser Aspekt für Sie und setzen Sie das schon in Ihren Projekten um?


Durch umfassende Forschungsergebnisse wissen wir, wie Licht auf Stimmung und Wohlbefinden wirkt. Wir wissen, dass Beleuchtung Stress und sogar Ängste auslösen kann. In Krankenhäusern ist es Aufgabe der Innenraumgestaltung, ich würde sogar sagen, vorrangig der Beleuchtung, die Aufenthaltsqualität zu verbessern und dadurch die Genesung des Patienten zu unterstützen. Kranke haben eine sensibilisierte Wahrnehmung und ein anderes Stressempfinden, gerade in Räumen, die z. B. Enge und Eintönigkeit vermitteln, die lieblos gestaltet und ungenügend oder falsch beleuchtet sind.

Ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit, Situationen die zum Entspannen und Kraft tanken anregen, können hier nicht entstehen. Der Kokon Raum wirkt dabei ganz direkt, über Proportionen, Materialien, das Licht, Geräusche und Gerüche.

Wir haben das verinnerlicht und wirken in unseren Projekten darauf hin, dass Atmosphären entstehen, die Wohlbefinden fördern und zur Heilung beitragen.

In Patientenzimmern werden verschiedene Sehaufgaben durchgeführt. Zum Beispiel werden immer mehr Untersuchungen und Behandlungen im Zimmer selbst vorgenommen. Wie berücksichtigen Sie das Ganze in Ihren Planungen und bei der Auswahl der Leuchten?


In den Patientenzimmern folgt die künstliche Beleuchtung dem natürlichen Verlauf des Tageslichts. Das sogenannte Human Centric Light ist wichtiger Teil eines ganzheitlichen Lichtkonzepts, es wirkt aktivierend, trägt aber auch direkt zur Erholung und Entspannung bei. Es fördert den Schlaf-Wach-Rhythmus und unterstützt so den Genesungsprozess.
                
Durch die individuelle Anpassung der Beleuchtung an spezifische Bedürfnisse, beispielsweise durch Änderung zu wärmeren Lichtfarben, kann Aktivität gesteigert werden. In einem unserer aktuellen Projekte, dem Klinikneubau in Offenburg leuchtet ein gerichtetes Lichtband mit HCL-Technik indirekt gegen die Decke und lässt diese so zu einer großen Lichtfläche werden. Auf die jeweiligen Funktionen maßgeschneiderte Beleuchtungsarten, ergänzen diese Grundbeleuchtung zu einer ganzheitlichen Lichtlösung. Am Bett schafft gerichtetes Licht über ein Lichtprofil mit asymetrischer Linsen- und Reflektortechnik ein hohes und blendfreies Lichtniveau zur Untersuchung.

Wie ist Ihre Meinung dazu, dass sich ein gutes Lichtkonzept auf das Wohlbefinden der Patienten und Pflegekräfte auswirkt?


Kaum ein Bereich erfordert solch komplexe Lichtlösungen wie Gesundheitseinrichtungen – gilt es doch hier, für die verschiedensten Anforderungen optimale, maßgeschneiderte Bedingungen zu schaffen: Ärzte und Pflegepersonal müssen konzentriert arbeiten können, für die Patienten wird eine Wohlfühlatmosphäre angestrebt.

Die Beleuchtung muss somit den Anforderungen und Wünschen von unterschiedlichen Personengruppen in verschiedenen Situationen gerecht werden. Intelligente Lichtlösungen bringen diese verschiedenen Anforderungen und Interessen in Einklang.

Gibt es noch weitere Aspekte die Ihnen zum Thema Licht im Gesundheitswesen bzw. Licht im Patientenzimmer wichtig sind?


Licht macht Architektur erlebbar, Licht definiert Räume und Orte und verstärkt die individuellen Eigenheiten von Material und Textur. Gute Beleuchtung fördert Orientierung, Selbstbestimmung und Sicherheit. In den Fluren der Klinik in Offenburg soll die Beleuchtung sanft rhythmisieren, vor den Patientenzimmern setzt ein Spotlicht auf die Holztür und die Drückergarnitur aus Edelstahl einen wichtigen Akzent.
                
An Kreuzungspunkten der Flure sind die Schwesternstützpunkte durch ein erhöhtes Lichtniveau hervorgehoben, im Stützpunkt ist das Lichtniveau entsprechend der Sehaufgabe hell und klar. Im Patientenzimmer geben wir dem Patienten die Wahl, die Beleuchtung seinem Gemüts- und Gesundheitszustand anzupassen.

Über eine einfache Bedienung am Kopfteil des Bettes kann die Grundbeleuchtung und ein zusätzliches Leselicht individuell nach den Bedürfnissen eingestellt werden.

Dies ist durch das Einbinden intelligenter und innovativer Lichttechnik möglich, das ist komfortabel und senkt zugleich den Energieverbrauch und die Wartungsintervalle. Vielen Dank, Herr Beckert, für Ihre Antworten.

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